Grippeimpfung in der Apotheke: für wen, wann und wie
Erwachsene ab 18 Jahren können sich ohne Arzttermin in der Apotheke gegen Grippe impfen lassen. Impfen dürfen dort Apothekerinnen und Apotheker, die dafür ärztlich geschult sind. Die STIKO empfiehlt die Impfung jedes Jahr unter anderem allen ab 60, Schwangeren und chronisch Kranken, am besten von Oktober bis Mitte Dezember. Dieser Ratgeber erklärt, für wen die Impfung empfohlen ist, wer die Kosten übernimmt und wie sie abläuft. Bei uns wird in Krefeld-Fischeln geimpft.

Das Wichtigste in Kürze
In der Apotheke wird ab 18 Jahren geimpft, von Apothekerinnen und Apothekern mit ärztlicher Schulung.
Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung unter anderem allen ab 60, Schwangeren, chronisch Kranken und medizinischem Personal.
Ab 60 empfiehlt die STIKO einen Hochdosis- oder adjuvantierten Impfstoff, weil das Immunsystem mit dem Alter weniger leistungsfähig wird.
Die beste Zeit ist Oktober bis Mitte Dezember. Der Impfschutz baut sich in 10 bis 14 Tagen auf.
Geimpft wird jedes Jahr neu, weil sich Grippeviren ständig verändern.
Ist die Impfung für Sie empfohlen, zahlt Ihre gesetzliche Krankenkasse. Für alle anderen ab 18 zahlen viele, aber nicht alle Kassen.
Die Impfung kann keine Grippe auslösen. Impfreaktionen wie ein schmerzender Arm klingen meist nach ein bis zwei Tagen ab.
Impfen in der Apotheke: was seit 2026 gilt
Seit 2022 gehört die Grippeimpfung in Apotheken zur Regelversorgung, rund 1.700 Apotheken in Deutschland impfen selbst (ABDA, Stand August 2026). Seit dem 2. Juli 2026 ist der Rahmen weiter gefasst: Nach der Apothekenreform (ApoVWG) dürfen Apotheken grundsätzlich mit allen Impfstoffen impfen, die keine Lebendimpfstoffe sind. Grundlage ist § 20c des Infektionsschutzgesetzes. Geimpft werden nur Erwachsene ab 18 Jahren, und impfen darf nur, wer als Apothekerin oder Apotheker eine ärztliche Schulung abgeschlossen hat.
Für andere Impfungen als Grippe und Corona fehlen allerdings noch Schulungspläne und Verträge mit den Krankenkassen. Bei uns gibt es die Grippeimpfung derzeit in Krefeld-Fischeln.
Für wen die STIKO die Grippeimpfung empfiehlt
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche Impfung vor allem Menschen, bei denen eine Grippe häufiger schwer verläuft, und denen, die das Virus an sie weitergeben könnten:
Gruppe | Warum |
Menschen ab 60 Jahren | Das Immunsystem wird mit dem Alter weniger leistungsfähig, Infektionen verlaufen häufiger schwer. |
Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, mit Grunderkrankung ab dem ersten | Erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf. Über die Plazenta erhält das Kind Abwehrstoffe für seine ersten Lebensmonate. |
Chronisch Kranke, etwa mit Erkrankungen von Atemwegen, Herz, Leber oder Nieren, Diabetes oder Immunschwäche | Erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf. |
Menschen in Alters- und Pflegeheimen | Viele Menschen mit erhöhtem Risiko leben eng zusammen. |
Menschen, die mit Risikopersonen zusammenleben oder sie betreuen | Sie könnten das Virus an Menschen weitergeben, für die eine Grippe riskanter ist. |
Medizinisches Personal und Beschäftigte mit viel Publikumsverkehr | Viel Kontakt heißt mehr Gelegenheiten, sich anzustecken und das Virus weiterzugeben. |
Ab 60 empfiehlt die STIKO einen Hochdosis-Impfstoff oder einen adjuvantierten Impfstoff, also einen mit Wirkverstärker, weil das Immunsystem im Alter schwächer auf Impfungen reagiert. Welcher Impfstoff für Sie infrage kommt, besprechen wir im Vorgespräch.
Wer zu keiner dieser Gruppen gehört, kann sich trotzdem impfen lassen. Ob das für Sie sinnvoll ist, besprechen wir gern mit Ihnen.
Wann der beste Zeitpunkt ist – und warum jedes Jahr
Empfohlen ist die Impfung im Herbst, am besten von Oktober bis Mitte Dezember. Bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist, vergehen 10 bis 14 Tage. Ihren Höhepunkt erreichte die Grippesaison in Deutschland zuletzt meist nach dem Jahreswechsel (RKI). Wer den Herbst verpasst, kann die Impfung deshalb auch später noch nachholen.
Grippeviren verändern sich ständig. Die WHO legt deshalb jedes Jahr neu fest, auf welche Virusvarianten der Impfstoff abgestimmt wird. Die Impfung aus dem Vorjahr passt nicht verlässlich zur neuen Saison.
Auch wie gut die Impfung wirkt, schwankt von Saison zu Saison. Das IQWiG schätzt, dass sie das Ansteckungsrisiko gesunder Erwachsener um bis zu 60 % senken kann: In einer Saison mit vielen Grippeviren erkranken ohne Impfung etwa 10 von 100, mit Impfung etwa 4 von 100. Einen vollständigen Impfschutz gibt es also nicht. Erkranken Geimpfte trotzdem, verläuft die Grippe laut RKI häufig milder.
So läuft die Grippeimpfung bei uns ab
Termin buchen. Online über unsere Buchungsseite, geimpft wird in Krefeld-Fischeln. Einen Arzttermin oder ein Rezept brauchen Sie nicht.
Impfpass und Versichertenkarte mitbringen. Ohne Impfpass bekommen Sie eine Impfbescheinigung, die sich später nachtragen lässt.
Vorgespräch. Wir fragen nach Gesundheit, Allergien und Medikamenten, erklären mögliche Impfreaktionen und klären die Kosten. Dann willigen Sie schriftlich ein.
Impfung in den Oberarm. Meist in den Arm, den Sie weniger benutzen. Praktisch ist Kleidung, bei der sich der Oberarm leicht freimachen lässt.
Kurz bei uns bleiben. Die Leitlinie der Bundesapothekerkammer empfiehlt, danach mindestens 15 Minuten in der Apotheke zu bleiben – auch wenn Sie sich gut fühlen.
Eintrag in den Impfpass. Mit Datum, Impfstoff und Chargennummer.

Was Sie vor der Impfung klären sollten
Ob am Impftag etwas gegen die Impfung spricht, klären wir im Vorgespräch. Diese Punkte sprechen Sie dort bitte an:
Fieber oder eine akute Erkrankung. Ab 38,5 °C oder bei einer schwereren akuten Infektion wird die Impfung verschoben. Ein leichter Infekt unter 38,5 °C ist laut RKI kein Hinderungsgrund.
Allergien, vor allem eine schwere allergische Reaktion auf eine frühere Impfung. Bei schwerer Hühnereiweißallergie gibt es Impfstoffe, die in Zellkulturen statt in Hühnereiern hergestellt werden (RKI).
Gerinnungshemmende Medikamente. Geimpft werden kann in vielen Fällen trotzdem, mit sehr feiner Nadel und mindestens 2 Minuten festem Andrücken der Einstichstelle (RKI).
Ohnmacht bei früheren Impfungen. Die Leitlinie sieht dann eine Impfung im Liegen oder in der ärztlichen Praxis vor.
Schwangerschaft oder eine geplante Operation. Dann kann es sinnvoll sein, die Impfung zu verschieben oder in der ärztlichen Praxis machen zu lassen.
Andere Impfungen. Ein Mindestabstand ist nicht nötig, Reaktionen auf die letzte Impfung sollten aber abgeklungen sein.
Wer die Kosten übernimmt
Gehören Sie zu einer Gruppe, für die die STIKO die Grippeimpfung empfiehlt, übernimmt Ihre gesetzliche Krankenkasse die Kosten, auch in der Apotheke. Für alle anderen Erwachsenen ab 18 zahlen viele Kassen die Impfung in der Apotheke ebenfalls, aber nicht alle. Ob das für Ihre Kasse gilt, klären wir vor der Impfung mit Ihnen.
Nach der Impfung: welche Reaktionen normal sind
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Impfreaktionen: leichte Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle, manchmal auch Müdigkeit, Frösteln, Fieber oder Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Sie zeigen, dass sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt, und klingen laut RKI meist innerhalb von ein bis zwei Tagen folgenlos ab.
Eine Grippe kann die Impfung nicht auslösen. Grippeimpfstoffe für Erwachsene sind Totimpfstoffe, sie enthalten keine vermehrungsfähigen Viren. Eine Erkältung kurz nach der Impfung hat andere Ursachen: Im Herbst sind viele Atemwegsviren unterwegs, gegen die sich die Grippeimpfung nicht richtet (RKI).
In den ersten Tagen danach sollten Sie Leistungssport und außergewöhnliche Belastungen meiden (Bundesapothekerkammer).
Wann die ärztliche Praxis der richtige Ort ist
Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Kreislaufprobleme kurz nach der Impfung – rufen Sie sofort den Notruf 112
Nesselsucht in den Stunden nach der Impfung
Beschwerden, die länger als drei Tage anhalten oder deutlich stärker sind als übliche Impfreaktionen
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren – sie impft die kinder- oder hausärztliche Praxis
Andere Impfungen wie eine Tetanus-Auffrischung oder Reiseimpfungen
Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Beratung und Impfung in Ihrer Kleeblatt Apotheke
Die Grippeimpfung bieten wir in Krefeld-Fischeln an. Fragen dazu beantworten wir an allen drei Standorten – etwa, ob die Impfung für Sie empfohlen ist oder was Sie vorher klären sollten. Den Termin buchen Sie online über unsere Buchungsseite.
Kleeblatt Apotheke in Krefeld-Fischeln Kölner Str. 557, 47807 Krefeld Montag bis Freitag, 8:30 bis 18:30 Uhr, Samstag 9 bis 13:30 Uhr
Kleeblatt Apotheke in Düsseldorf-Heerdt Schiessstraße 31 (im REWE), 40549 Düsseldorf Montag bis Samstag, 9 bis 19 Uhr
Kleeblatt Apotheke im KronenbergCenter Haedenkampstraße 21, 45143 Essen Montag bis Samstag, 9 bis 20 Uhr
Häufige Fragen (FAQ)
Wer darf in der Apotheke gegen Grippe impfen?
Apothekerinnen und Apotheker mit abgeschlossener ärztlicher Schulung, so regelt es § 20c des Infektionsschutzgesetzes. Geimpft werden nur Erwachsene ab 18 Jahren. Seit dem 2. Juli 2026 dürfen Apotheken grundsätzlich alle Impfungen ohne Lebendimpfstoff anbieten, für die meisten fehlen aber noch Schulungspläne und Kassenverträge.
Brauche ich einen Termin für die Grippeimpfung?
Einen Arzttermin oder ein Rezept brauchen Sie nicht. Bei uns in Krefeld-Fischeln wird nach Termin geimpft, damit Zeit für Vorgespräch und Nachbeobachtung bleibt. Den Termin buchen Sie online über unsere Buchungsseite. Bringen Sie Impfpass und Versichertenkarte mit.
Wer bezahlt die Grippeimpfung in der Apotheke?
Ist die Impfung laut STIKO für Sie empfohlen, zahlt Ihre gesetzliche Krankenkasse. Für alle anderen ab 18 zahlen in der Apotheke viele, aber nicht alle Kassen. Das klären wir vor der Impfung mit Ihnen.
Wann ist die beste Zeit für die Grippeimpfung?
Empfohlen ist der Zeitraum von Oktober bis Mitte Dezember. Bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist, vergehen 10 bis 14 Tage. Wer diesen Zeitraum verpasst, kann die Impfung später nachholen, denn wie eine Grippesaison verläuft, lässt sich nicht vorhersagen.
Kann ich mich mit einer Erkältung impfen lassen?
Ein leichter Infekt mit einer Körpertemperatur unter 38,5 °C spricht laut Robert Koch-Institut nicht gegen die Impfung. Bei Fieber ab 38,5 °C oder einer schwereren akuten Erkrankung wird sie verschoben und nach der Genesung nachgeholt.
Kann die Grippeimpfung eine Grippe auslösen?
Nein. In der Apotheke wird mit Totimpfstoffen geimpft, sie enthalten keine vermehrungsfähigen Viren. Müdigkeit, Fieber oder Gliederschmerzen in den ersten ein bis zwei Tagen sind eine Reaktion des Immunsystems auf die Impfung, keine Grippe.
Warum wird jedes Jahr neu gegen Grippe geimpft?
Grippeviren verändern sich ständig. Deshalb wird der Impfstoff jedes Jahr an die Virusvarianten angepasst, die voraussichtlich kursieren. Die Impfung aus dem Vorjahr passt daher nicht verlässlich zur neuen Saison.
Quellen und weiterführende Informationen
Robert Koch-Institut (RKI): Schutzimpfung gegen Influenza – Antworten auf häufig gestellte Fragen
Robert Koch-Institut (RKI): Kontraindikationen bei der Durchführung von Impfungen
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Schutz durch Grippeimpfung
Bundesapothekerkammer (BAK): Leitlinie „Durchführung von Schutzimpfungen in öffentlichen Apotheken“ mit Kommentar
ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA): Faktenblatt Grippe-Schutzimpfungen in Apotheken; ApoVWG in Kraft
Infektionsschutzgesetz (IfSG): § 20c Durchführung von Schutzimpfungen durch Apotheker



