Kopfläuse zum Schulstart: erkennen, behandeln, informieren
Kopfläuse übertragen sich fast ausschließlich von Kopf zu Kopf – dort, wo Kinder die Köpfe zusammenstecken. Sie springen nicht, sie fliegen nicht, und sie haben nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun. Wenn nach den Ferien wieder alle in einem Raum sitzen, häufen sich die Fälle deshalb ganz zuverlässig. Dieser Ratgeber zeigt, woran Sie einen Befall erkennen, in welcher Reihenfolge Sie vorgehen und welche Mitteilung an Kita oder Schule gesetzlich vorgeschrieben ist.

Das Wichtigste in Kürze
Übertragung nur bei direktem Kopf-zu-Kopf-Kontakt. Mützen, Kissen und Kuscheltiere spielen eine sehr untergeordnete Rolle.
Kein Hygieneproblem. Kopfläuse befallen saubere Haare genauso wie ungewaschene.
Juckreiz ist ein unzuverlässiges Zeichen – er kann fehlen oder erst nach Wochen auftreten.
Sicherheit bringt nur das nasse Auskämmen mit einem feinen Nissenkamm und Pflegespülung.
Behandelt wird zweimal: einmal sofort und ein zweites Mal nach acht bis zehn Tagen.
Kita und Schule müssen informiert werden – das schreibt § 34 Absatz 5 des Infektionsschutzgesetzes vor.
Nur behandeln, wer befallen ist. Alle Haushaltsmitglieder werden untersucht, nicht alle behandelt.
Woran Sie Kopfläuse erkennen
Der erste Hinweis ist meist Juckreiz am Hinterkopf, an den Schläfen oder hinter den Ohren – dort ist die Kopfhaut warm und dünn, und genau dort halten sich die Tiere bevorzugt auf. Verlassen Sie sich aber nicht darauf: Der Juckreiz entsteht durch eine Reaktion auf den Speichel der Laus und tritt bei einem ersten Befall oft erst nach Wochen auf. Manche Kinder jucken gar nicht.
Sichtbar wird ein Befall an zwei Dingen: an den Läusen selbst, die zwei bis drei Millimeter groß und sehr flink sind, und an den Nissen – den Eihüllen, die das Weibchen dicht an der Kopfhaut ans Haar klebt.
Nissen oder Schuppen? Der Unterschied
Merkmal | Nissen | Schuppen |
Sitz | Fest am Haarschaft verklebt | Lose auf Haar und Kopfhaut |
Abstreifen | Lassen sich nicht wegwischen, müssen abgezogen werden | Fallen von selbst ab |
Form | Länglich-oval, gleichmäßig | Unregelmäßig, flach |
Ort | Nah an der Kopfhaut, meist im ersten Zentimeter | Über das ganze Haar verteilt |
Farbe | Bräunlich, wenn bewohnt; weißlich, wenn leer | Weißlich |
Ein praktischer Hinweis: Nissen weiter als etwa einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt sind in aller Regel leere Hüllen aus einem zurückliegenden Befall. Sie sind unschön, aber kein Anlass für eine erneute Behandlung.
So untersuchen Sie richtig
Der Blick allein reicht nicht. Zuverlässig ist nur das nasse Auskämmen:
Haare gründlich anfeuchten und großzügig Pflegespülung einarbeiten – das macht die Tiere für einen Moment bewegungsunfähig und das Haar gleitfähig.
Mit einem Nissenkamm (Zinkenabstand höchstens 0,2 Millimeter) Strähne für Strähne von der Kopfhaut bis in die Spitzen durchkämmen.
Den Kamm nach jedem Zug an einem hellen Küchentuch abstreifen und ansehen.
Für den ganzen Kopf etwa zehn bis fünfzehn Minuten einplanen, bei guter Beleuchtung.
Untersuchen Sie im Befallsfall alle im Haushalt. Behandelt wird aber nur, bei wem tatsächlich lebende Läuse gefunden werden.

Die Behandlung: zweimal, im richtigen Abstand
In der Apotheke erhalten Sie zwei Arten von Mitteln. Physikalisch arbeitende Präparate auf Silikonölbasis, meist mit Dimeticon, legen sich über die Atemöffnungen der Tiere – gegen dieses rein mechanische Prinzip kann eine Laus keine Unempfindlichkeit entwickeln. Daneben stehen insektizide Präparate zur Verfügung. Welches Mittel für Ihr Kind infrage kommt, hängt vom Alter und von der Vorgeschichte ab; die Zulassungen unterscheiden sich hier deutlich. Genau dafür sind wir da.
Entscheidend ist unabhängig vom Mittel die Wiederholung: Kein zugelassenes Präparat erfasst alle Eier zuverlässig. Aus den überlebenden schlüpfen nach einigen Tagen Larven. Deshalb gehört zu jeder Behandlung ein zweiter Durchgang nach acht bis zehn Tagen. Wer nur einmal behandelt, erlebt den Befall in aller Regel wieder.
Zwischen den beiden Terminen kämmen Sie nass aus – bewährt hat sich ein Rhythmus am 5., 9., 13. und 17. Tag. Und bitte: Anwendungsdauer und Menge genau nach Packungsbeilage, gerade bei langen und dichten Haaren wird oft zu sparsam dosiert.
Was im Haushalt wirklich nötig ist – und was nicht
Kopfläuse sind auf den Menschen angewiesen. Ohne Kopf überleben sie nur wenige Tage. Großreinemachen ist deshalb nicht nötig. Es genügt:
Kämme, Bürsten und Haargummis in heißer Seifenlauge reinigen.
Bettwäsche, Handtücher und getragene Kleidung der letzten Tage bei 60 Grad waschen.
Kuscheltiere und Nicht-Waschbares für drei Tage in einen verschlossenen Beutel geben oder über Nacht ins Gefrierfach.
Nicht nötig sind Insektensprays für Polster und Matratzen, das Absuchen der ganzen Wohnung oder das Abschneiden der Haare.
Was Kita und Schule betrifft
Hier gilt eine gesetzliche Pflicht, die viele Eltern nicht kennen: Nach § 34 Absatz 5 des Infektionsschutzgesetzes müssen Sie die Gemeinschaftseinrichtung unverzüglich informieren, wenn bei Ihrem Kind Kopfläuse festgestellt wurden. Das ist kein Eingeständnis von Nachlässigkeit, sondern der einzige Weg, eine Runde durch die ganze Klasse zu unterbrechen.
Bis zur Behandlung darf Ihr Kind die Einrichtung nach § 34 Absatz 1 nicht besuchen. Nach der ersten korrekt durchgeführten Behandlung ist der Besuch wieder möglich – die zweite Behandlung nach acht bis zehn Tagen holen Sie zu Hause nach. Manche Einrichtungen bitten um eine kurze schriftliche Bestätigung der Eltern.
Das Übertragungsrisiko senken
Ganz vermeiden lässt sich ein Befall nicht, solange Kinder zusammen spielen. Das Risiko senken lässt es sich aber:
Lange Haare zusammenbinden oder flechten, gerade in den ersten Schulwochen.
Nach einem Fall in der Klasse eine Woche lang alle paar Tage nass auskämmen – so wird ein Befall früh entdeckt, wenn er noch klein ist.
Persönliche Dinge nicht tauschen: Bürsten, Haarbänder, Kopfhörer, Helme.
Offen kommunizieren. Je schneller die Klasse Bescheid weiß, desto eher ist die Sache vorbei.
Zusätzlich gibt es Sprays, die auf das Haar aufgetragen werden und das Ansiedeln erschweren sollen. Ob das in Ihrer Situation sinnvoll ist und was ein solches Produkt leisten kann, besprechen wir gern persönlich mit Ihnen.
Wann die ärztliche Praxis der richtige Ort ist
Säuglinge und Kleinkinder – die verfügbaren Mittel sind unterschiedlich altersabhängig zugelassen
Schwangerschaft und Stillzeit
Entzündete, nässende oder verkrustete Kopfhaut und geschwollene Lymphknoten am Hals
Befall der Wimpern oder Augenbrauen
Wiederholter Befall trotz korrekt durchgeführter zweifacher Behandlung
Unsicherheit bei der Untersuchung – wenn Sie nicht sicher sagen können, ob Sie lebende Läuse gesehen haben
Beratung in Ihrer Kleeblatt Apotheke
Wir gehen mit Ihnen durch, welches Mittel zum Alter Ihres Kindes passt, wie viel Sie tatsächlich brauchen und wann der zweite Termin fällig ist – am besten notieren wir ihn Ihnen gleich auf. Und wenn Sie unsicher sind, ob es überhaupt Läuse sind, bringen Sie das abgestreifte Küchentuch einfach mit.
Kleeblatt Apotheke in Düsseldorf-Heerdt Schiessstraße 31 (im REWE), 40549 Düsseldorf Montag bis Samstag, 9 bis 19 Uhr
Kleeblatt Apotheke im KronenbergCenter Haedenkampstraße 21, 45143 Essen Montag bis Samstag, 9 bis 20 Uhr
Kleeblatt Apotheke in Krefeld-Fischeln Kölner Str. 557, 47807 Krefeld Montag bis Freitag, 8:30 bis 18:30 Uhr, Samstag 9 bis 13:30 Uhr
Sie erreichen uns auch über unseren Super Chat, wenn Sie eine Frage vorab klären möchten.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie stecken sich Kinder mit Kopfläusen an?
Fast ausschließlich über direkten Kopf-zu-Kopf-Kontakt, etwa beim Spielen, Kuscheln oder gemeinsamen Blick aufs Handy. Kopfläuse können weder springen noch fliegen. Mützen, Kissen oder Kuscheltiere spielen eine sehr untergeordnete Rolle.
Haben Kopfläuse etwas mit mangelnder Hygiene zu tun?
Nein. Kopfläuse befallen frisch gewaschene Haare genauso wie ungewaschene. Ein Befall sagt nichts über die Sauberkeit einer Familie aus – er sagt nur, dass Kinder ihre Köpfe zusammengesteckt haben.
Woran unterscheide ich Nissen von Schuppen?
Nissen sind fest am Haarschaft verklebt und lassen sich nicht wegwischen, Schuppen fallen von selbst ab. Nissen sitzen zudem nah an der Kopfhaut, meist im ersten Zentimeter, Schuppen verteilen sich über das ganze Haar.
Warum muss ich zweimal behandeln?
Weil kein zugelassenes Mittel alle Eier zuverlässig erfasst. Aus den überlebenden schlüpfen nach einigen Tagen Larven. Der zweite Durchgang nach acht bis zehn Tagen unterbricht diesen Kreislauf – ohne ihn kehrt der Befall meist zurück.
Muss ich die Schule oder Kita informieren?
Ja. Nach § 34 Absatz 5 Infektionsschutzgesetz sind Eltern verpflichtet, die Gemeinschaftseinrichtung unverzüglich über einen Kopflausbefall zu informieren.
Wann darf mein Kind wieder in die Schule?
Nach der ersten korrekt durchgeführten Behandlung. Die zweite Behandlung nach acht bis zehn Tagen erfolgt zu Hause. Manche Einrichtungen bitten zusätzlich um eine kurze schriftliche Bestätigung der Eltern.
Muss ich die ganze Wohnung reinigen?
Nein. Kopfläuse überleben ohne Kopf nur wenige Tage. Es genügt, Kämme und Bürsten in heißer Seifenlauge zu reinigen, Bettwäsche und getragene Kleidung der letzten Tage bei 60 Grad zu waschen und Kuscheltiere für drei Tage in einen verschlossenen Beutel zu geben.
Sollen alle in der Familie behandelt werden?
Untersucht werden alle, behandelt wird nur, bei wem lebende Läuse gefunden wurden. Eine Behandlung auf Verdacht ist nicht sinnvoll.
Quellen und weiterführende Informationen
Robert Koch-Institut (RKI): Kopflausbefall – Empfehlungen für Gemeinschaftseinrichtungen
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Kopfläuse – was Eltern wissen sollten
Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 34: Gesundheitliche Anforderungen in Gemeinschaftseinrichtungen
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Kopfläuse



