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Nebenhöhlen dicht: Was bei einer Nebenhöhlenentzündung zu tun ist

6. Okt.
7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Okt.

Eine akute Nebenhöhlenentzündung entsteht meist im Zuge einer Erkältung und klingt bei den meisten Menschen nach ein bis zwei Wochen von selbst ab. Bis dahin können Nasenspülungen mit Salzlösung Sekret lösen, abschwellendes Nasenspray macht die Nase für einige Stunden frei – aber nur wenige Tage lang. Ein Antibiotikum ist selten nötig; Schwellungen um die Augen, hohes Fieber oder fehlende Besserung nach etwa zehn Tagen gehören in die ärztliche Praxis. Dieser Ratgeber erklärt Symptome und Dauer, was Sie selbst tun können und wie gut die einzelnen Mittel belegt sind.


Aquarell-Illustration im Kleeblatt-Stil: dampfende Schüssel mit Handtuch neben einer Teekanne am regnerischen Herbstfenster
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei starken Schmerzen, Schwellungen um die Augen oder hohem Fieber wenden Sie sich bitte an Ihre ärztliche Praxis.

Das Wichtigste in Kürze

  • Meist steckt eine Erkältung dahinter. Bakterien sind selten der Auslöser.

  • Die Entzündung klingt meist von selbst ab, oft innerhalb von zwei Wochen.

  • Akut heißt: bis zu zwölf Wochen. Danach gilt sie als chronisch.

  • Salzlösungen können Sekret lösen – der Nutzen ist belegt, aber begrenzt.

  • Abschwellendes Nasenspray nur wenige Tage, sonst schwillt die Nase immer schneller wieder zu.

  • Ein Antibiotikum ist meist nicht nötig, denn es erreicht nur Bakterien, keine Viren.

  • Warnzeichen kennen: Schwellungen um die Augen, Sehstörungen, ein steifer Nacken oder Verwirrtheit gehören sofort in ärztliche Hände.


Was bei einer Nebenhöhlenentzündung passiert

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädelknochen. Bei einer Erkältung schwillt ihre Schleimhaut an, die schmalen Öffnungen zur Nase werden eng, das Sekret staut sich – so entsteht der typische Druck. Weil auch die Nase entzündet ist, sprechen Fachleute von einer Rhinosinusitis, im Alltag meist von Sinusitis.

Auslöser sind meist Viren. Laut der ärztlichen Leitlinie zur Rhinosinusitis wird nur in etwa 0,5 bis 2 Prozent der Fälle eine bakterielle Entzündung daraus. Ob Bakterien beteiligt sind, lässt sich an den Beschwerden oder der Farbe des Sekrets nicht sicher erkennen.


Typische Symptome und der Unterschied zur Erkältung

Typisch sind eine verstopfte Nase und ein drückender Schmerz an Stirn, Oberkiefer oder rund um die Augen, seltener an den Zähnen. Beim Bücken nimmt der Druck meist zu. Oft ist der Geruchssinn eingeschränkt und das Sekret gelblich-grün, manchmal kommen Fieber und Kopfschmerzen hinzu.


Eine gewöhnliche Erkältung zeigt sich vor allem mit Schnupfen, Halsschmerzen und Husten; das Schlimmste ist laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) meist nach einer Woche überstanden. Die Nebenhöhlenentzündung entwickelt sich oft in ihrem Verlauf, wenn der Druck im Gesicht hinzukommt.


Wie lange dauert eine Nebenhöhlenentzündung?

Laut Leitlinie ist eine akute Nebenhöhlenentzündung bei 60 bis 80 Prozent der Betroffenen nach zwei Wochen vollständig abgeklungen, bei rund 90 Prozent nach sechs Wochen – auch ohne Behandlung. Bei einer virusbedingten Entzündung dauern verstopfte Nase und Schnupfen im Mittel 8,5 bis 11 Tage. Fachleute unterscheiden:


  • Akut: Beschwerden bis zu zwölf Wochen.

  • Wiederkehrend akut: mindestens vier Entzündungen in zwölf Monaten, dazwischen beschwerdefrei.

  • Chronisch: Beschwerden länger als zwölf Wochen.


Bei wiederkehrenden und chronischen Verläufen spielt oft eine Allergie mit – mehr zum Heuschnupfen lesen Sie in Heuschnupfen im Juni: Tipps für die Gräserpollen-Saison.


Was Sie selbst tun können

Wenn die Nebenhöhlen verstopft sind, geht es darum, dem Sekret den Abfluss zu erleichtern und die Tage erträglicher zu machen. Wie gut die bekannten Hausmittel untersucht sind, sagen wir Ihnen offen.


Nase spülen. Salzlösungen können Sekret lösen und den Bedarf an abschwellendem Spray senken; die Leitlinie beschreibt den Nutzen als vorhanden, aber begrenzt. Es gibt sie als Spray oder für die Nasendusche. Isotone Lösungen enthalten 9 Gramm Salz pro Liter; hypertone mit rund 20 Gramm sind etwas wirksamer, reizen laut IQWiG aber eher.


So gelingt die Spülung:

  1. Lösung ansetzen: eine fertig portionierte Salzportion aus der Apotheke in der angegebenen Menge lauwarmem Wasser auflösen.

  2. Kopf neigen: über das Waschbecken, Kopf leicht zur Seite, durch den Mund atmen.

  3. Spülen: die Lösung langsam in das obere Nasenloch laufen lassen, sie fließt aus dem anderen ab.

  4. Seite wechseln und danach sanft schnäuzen.

  5. Nasendusche reinigen und trocknen lassen.


Warm inhalieren. Wasserdampf befeuchtet die Schleimhaut und wird oft als angenehm empfunden; gut untersucht ist das nicht. Die Leitlinie nennt Dämpfe von 38 bis 42 °C, kochend heiß muss es also nicht sein. Kinder sollten nicht über einem Topf mit heißem Wasser inhalieren – der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt vor Verbrühungen.


Trinken und schonen. Dass viel Trinken den Verlauf beeinflusst, ist laut Leitlinie nicht belegt; ausreichend zu trinken bleibt trotzdem vernünftig, besonders bei Fieber. Solange Sie niesen und husten, halten Sie Abstand und waschen Sie häufig die Hände. Warum trockene Heizungsluft die Schleimhäute zusätzlich fordert, lesen Sie in Temperaturschwankungen und Immunsystem: gut durch die Übergangszeit.


Infografik: Nebenhöhlen dicht? Das können Sie selbst tun – Kleeblatt Apotheke
Nebenhöhlen dicht? Nase spülen, ausreichend trinken, warm inhalieren, abschwellendes Nasenspray nur kurz, Ruhe gönnen, Warnzeichen kennen. Tipp der Kleeblatt Apotheke.

Welche Mittel infrage kommen – und wie gut sie belegt sind

Die Übersicht zeigt, was die gängigen Mittel tun und wie gut ihr Nutzen bei akuter Nebenhöhlenentzündung untersucht ist:

Mittel

Was es tut

Wie gut es belegt ist

Salzspray, Nasenspülung

Kann Sekret lösen

Nutzen vorhanden, aber begrenzt

Abschwellendes Nasenspray

Macht die Nase für Stunden frei

Nicht ausreichend untersucht

Rezeptfreie Schmerzmittel

Senken Schmerzen und Fieber

Keine eigenen Studien, laut Leitlinie bei Schmerzen möglich

Zink, Vitamin C, Rotlicht

Beliebt bei Erkältung

Keine verwertbaren Studien

Schleimlöser wie Acetylcystein oder Ambroxol

Sollen Schleim verflüssigen

Nutzen nicht belegt

Abschwellende Nasensprays wirken sofort, die Entzündung selbst beeinflussen sie nicht. Das IQWiG rät, sie nur wenige Tage anzuwenden – höchstens eine Woche. Bei längerem Gebrauch gewöhnt sich die Schleimhaut an den Wirkstoff und schwillt immer schneller wieder an, bis hin zum dauerhaften Nasenspray-Schnupfen. Die Leitlinie rät zu Sprays ohne das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid. Für Kinder gibt es niedriger dosierte Sprays und Tropfen; halten Sie die Altersangaben ein, denn eine Überdosierung kann bei Kindern die Atmung beeinträchtigen.


Schmerzmittel sollten wegen möglicher Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden ebenfalls nur wenige Tage eingenommen werden. Welcher Wirkstoff zu Ihren übrigen Medikamenten passt, besprechen wir mit Ihnen. Kortisonhaltige Nasensprays und Antibiotika verordnet bei Bedarf die ärztliche Praxis.


Ein pflanzliches Arzneimittel aus der Apotheke: Sinupret extract. Es ist zugelassen bei akuten, unkomplizierten Entzündungen der Nasennebenhöhlen, für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren. Die überzogenen Tabletten enthalten einen Trockenextrakt aus fünf Pflanzen: Enzianwurzel, Schlüsselblumenblüten, Ampferkraut, Holunderblüten und Eisenkraut. Ob es für Sie passt, besprechen wir vorher mit Ihnen – etwa wenn Sie einen empfindlichen Magen haben, bestimmte Zuckerarten nicht vertragen oder weitere Medikamente nehmen. Für Kinder beraten wir Sie gern zu passenden Mitteln. Die Pflichtangaben stehen am Ende dieses Beitrags.


Wann Sie in die ärztliche Praxis gehen sollten

Ernste Komplikationen sind selten: Die Leitlinie rechnet mit etwa einer auf 10.000 Erkrankte in der Hausarztpraxis. Weil sich die Entzündung aber auf Augenhöhle oder Hirnhäute ausbreiten kann, sollten Sie diese Zeichen kennen:


  • Schwellung, Rötung oder Schmerzen um die Augen, Sehstörungen oder Doppelbilder – bei Kindern besonders ernst zu nehmen

  • Steifer Nacken, Lichtempfindlichkeit, Verwirrtheit oder auffällige Benommenheit

  • Fieber über 38,5 °C oder ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl

  • Sehr starke Kopf- oder Gesichtsschmerzen oder eine Schwellung an Stirn oder Wange

  • Keine Besserung nach etwa zehn Tagen oder erneute Verschlechterung nach anfänglicher Besserung

  • Einseitige Beschwerden über der Kieferhöhle, etwa nach einer Zahnbehandlung – dann kann ein Zahn die Ursache sein

  • Geschwächtes Immunsystem oder chronische Lungenerkrankung

  • Wiederkehrende Entzündungen, viermal im Jahr oder öfter


Bei den ersten beiden Punkten warten Sie bitte nicht ab: Dann brauchen Sie rasch ärztliche Versorgung, außerhalb der Sprechzeiten über 116 117, im Notfall unter 112. Für Fieber bei Kindern gelten eigene Grenzen, mehr dazu in Fieber messen bei Kindern.


Beratung bei Nebenhöhlenentzündung in Ihrer Kleeblatt Apotheke

Ob Nasendusche, Inhaliergerät für Kinder oder die Frage, welches Nasenspray und Schmerzmittel zu Ihren Medikamenten passt: Wir beraten Sie in allen drei Filialen und sagen Ihnen auch, wann die ärztliche Praxis der richtige Ort ist. Wenn Sie schwanger sind, stillen oder für ein Kind fragen, sprechen Sie uns bitte vor jedem Mittel an.


Kleeblatt Apotheke in Düsseldorf-Heerdt Schiessstraße 31 (im REWE), 40549 Düsseldorf Montag bis Samstag, 9 bis 19 Uhr


Kleeblatt Apotheke im KronenbergCenter Haedenkampstraße 21, 45143 Essen Montag bis Samstag, 9 bis 20 Uhr


Kleeblatt Apotheke in Krefeld-Fischeln Kölner Str. 557, 47807 Krefeld Montag bis Freitag, 8:30 bis 18:30 Uhr, Samstag 9 bis 13:30 Uhr


Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange dauert eine Nebenhöhlenentzündung?

Meist ein bis zwei Wochen. Laut Leitlinie ist eine akute Nebenhöhlenentzündung bei 60 bis 80 Prozent der Betroffenen nach zwei Wochen abgeklungen, bei rund 90 Prozent nach sechs Wochen, auch ohne Behandlung. Nach mehr als zwölf Wochen gilt sie als chronisch.

Ansteckend sind die Erkältungsviren, die meist dahinterstecken. Sie werden über Tröpfchen und die Hände weitergegeben. Wer sich ansteckt, bekommt zunächst eine Erkältung, nicht zwangsläufig eine Nebenhöhlenentzündung. Solange Sie niesen und husten, halten Sie Abstand und waschen Sie häufig die Hände.

Meist nicht. Die Entzündung wird überwiegend von Viren ausgelöst, Antibiotika erreichen nur Bakterien. Etwa 80 Prozent der akuten Nebenhöhlenentzündungen bessern sich laut Leitlinie binnen zwei Wochen auch ohne Behandlung. Ob ein Antibiotikum nötig ist, entscheidet die ärztliche Praxis, etwa bei sehr starken Beschwerden, Fieber über 38,5 °C, erneuter Verschlechterung oder geschwächtem Immunsystem.

Nur wenige Tage und höchstens eine Woche, so rät es auch das IQWiG. Bei längerem Gebrauch gewöhnt sich die Schleimhaut an den Wirkstoff und schwillt immer schneller wieder zu. Für Kinder gibt es eigene, niedriger dosierte Sprays.

Warmer Dampf befeuchtet die Schleimhaut und wird oft als angenehm empfunden. Gut untersucht ist die Wirkung nicht, kleinere Studien deuten auf eine vorübergehende Besserung hin. Kinder sollten wegen der Verbrühungsgefahr nicht über einem Topf mit heißem Wasser inhalieren.

Eine Erkältung zeigt sich vor allem mit Schnupfen, Halsschmerzen und Husten. Die Nebenhöhlenentzündung entsteht oft in ihrem Verlauf, wenn sich Sekret in den Nebenhöhlen staut. Typisch sind dann Druckschmerz an Stirn, Oberkiefer oder um die Augen, der beim Bücken zunimmt, und ein eingeschränkter Geruchssinn.

Wenn es nach etwa zehn Tagen nicht besser oder nach anfänglicher Besserung wieder schlechter wird, bei Fieber über 38,5 °C oder sehr starken Schmerzen. Sofort abklären lassen sollten Sie Schwellungen um die Augen, Sehstörungen, einen steifen Nacken oder Verwirrtheit.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Nasennebenhöhlenentzündung

  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Mittel gegen akute Nasennebenhöhlenentzündung

  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Erkältung

  • Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) und Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM): S2k-Leitlinie Rhinosinusitis, AWMF-Register-Nr. 017-049

  • Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG): S2k-Leitlinie Odontogene Sinusitis maxillaris, AWMF-Register-Nr. 007-086

  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ): Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ): Verbrühungen haben in der kalten Jahreszeit „Hochsaison“


Passend dazu aus unserem Magazin

Pflichtangaben

Sinupret extract, überzogene Tabletten. Wirkstoff: 160,00 mg Trockenextrakt (3-6:1) aus Enzianwurzel; Schlüsselblumenblüten; Ampferkraut; Holunderblüten; Eisenkraut (1:3:3:3:3). Anwendungsgebiete: Bei akuten, unkomplizierten Entzündungen der Nasennebenhöhlen (akute, unkomplizierte Rhinosinusitis). Sinupret extract wird angewendet bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren. Enthält Glucose-Sirup und Saccharose. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. BIONORICA SE, 92308 Neumarkt. Mitvertrieb: PLANTAMED Arzneimittel GmbH, 92308 Neumarkt. Stand 03/26.

 
 
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