Sonnenschutz richtig anwenden: Welcher Lichtschutzfaktor passt zu Ihnen?
- 10. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen
Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, um wie viel länger Sie sich mit Sonnencreme in der Sonne aufhalten können, ohne dass die Haut rot wird – im Vergleich zu ungeschützter Haut. Für die meisten Menschen in Deutschland ist im Sommer mindestens LSF 30 sinnvoll, für Gesicht, Kinder und empfindliche Haut eher LSF 50. Mindestens genauso wichtig wie die Zahl: genug Creme und regelmäßiges Nachcremen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welcher LSF zu Ihnen passt, wie viel Sonnencreme Sie wirklich brauchen – und warum auch Ihre Medikamente eine Rolle spielen.

Das Wichtigste in Kürze
LSF 30 als Minimum im Sommer, LSF 50 für Gesicht, Kinder und empfindliche Haut
Genug auftragen: Erwachsene brauchen für den ganzen Körper rund 11 Teelöffel (ca. 30–40 ml) Sonnencreme
Alle 2 Stunden nachcremen und nach dem Baden oder Schwitzen, auch bei „wasserfesten” Produkten
Mineralische Filter wirken sofort und sind gut für empfindliche Haut und Kinder
Medikamente beachten: Manche Wirkstoffe machen die Haut lichtempfindlicher (Photosensibilität) – fragen Sie uns
Was bedeutet der Lichtschutzfaktor (LSF)?
Der Lichtschutzfaktor beschreibt vor allem den Schutz vor UVB-Strahlung, dem Hauptauslöser für Sonnenbrand. Vereinfacht gilt: Je höher der LSF, desto mehr UVB-Strahlung wird abgehalten. LSF 30 filtert rund 97 % der UVB-Strahlen, LSF 50 etwa 98 %. Ein „doppelt so hoher” Faktor bedeutet also nicht doppelt so viel Schutz – die Unterschiede in den hohen Bereichen sind klein, aber bei empfindlicher Haut spürbar.
Achten Sie zusätzlich auf das UVA-Siegel (ein eingekreistes „UVA”) auf der Verpackung. UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein und tragen zur Hautalterung bei. Ein guter Sonnenschutz deckt beide Bereiche ab – man spricht von Breitbandschutz.
Welcher Lichtschutzfaktor ist der Richtige?
Der passende LSF hängt von Hauttyp, Tageszeit, Ort und Aktivität ab. Als Orientierung:
Situation | Empfohlener LSF |
Heller Hauttyp, empfindliche Haut | 50 / 50+ |
Gesicht im Alltag (Sommer) | 30–50 |
Kinder | 50 / 50+ |
Babys unter 1 Jahr | Schatten & Kleidung statt Creme |
Normaler Hauttyp, bewölkter Tag | mind. 30 |
Sonnencreme ist nur ein Baustein. Schatten, Kleidung, Sonnenhut und Sonnenbrille gehören dazu, besonders zur Mittagszeit zwischen etwa 11 und 15 Uhr, wenn die UV-Strahlung am stärksten ist.
Wie viel Sonnencreme und wie oft?
Die häufigste Ursache für Sonnenbrand trotz Eincremen ist zu wenig Creme. Als Faustregel gilt die Teelöffel-Regel: Ein Erwachsener braucht für den ganzen Körper etwa 11 gehäufte Teelöffel Sonnencreme – je ein Teelöffel für Gesicht/Hals und jeden Arm, je zwei für Brust/Bauch, Rücken und jedes Bein.
Cremen Sie sich 30 Minuten vor dem Sonnenbad ein und wiederholen Sie den Schutz alle zwei Stunden sowie nach dem Baden, Abtrocknen oder starkem Schwitzen. Wichtig: Nachcremen verlängert nicht die maximale Schutzdauer des Tages – es erhält nur den vorhandenen Schutz.

Mineralischer oder chemischer Filter?
Beide Filterarten schützen zuverlässig, funktionieren aber unterschiedlich:
Mineralische (physikalische) Filter – z. B. Zinkoxid, Titandioxid – legen sich wie ein Spiegel auf die Haut und wirken sofort nach dem Auftragen; Sie gelten als gut verträglich und sind beliebt für Kinder und empfindliche Haut
Chemische (organische) Filter ziehen in die obere Hautschicht ein und wandeln UV-Strahlung um. Sie sind oft leichter und ziehen ohne Weißeln ein
Welche Variante für Sie angenehm ist, ist auch Geschmackssache. Bei zu Allergien neigender Haut oder bei Kindern beraten wir Sie gern zu mineralischen Produkten.
Medikamente und Sonne: Was ist Photosensibilität?
Ein Thema, das oft übersehen wird: Manche Medikamente können die Haut empfindlicher für Sonnenlicht machen (sogenannte Photosensibilität). Die Folge können verstärkte Sonnenbrände oder hautausschlagähnliche Reaktionen schon bei wenig Sonne sein.
Das betrifft beispielsweise bestimmte Antibiotika, einige entzündungshemmende oder entwässernde Mittel sowie pflanzliche Präparate wie Johanniskraut. Setzen Sie deshalb niemals eigenmächtig ein Medikament ab – sprechen Sie stattdessen mit uns oder Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt. Wir schauen gemeinsam, ob bei Ihren Arzneimitteln besondere Vorsicht in der Sonne nötig ist. Genau das ist klassische Apotheken-Beratung.
Sonnenbrand, Sonnenallergie & After-Sun
Ist die Haut doch einmal gereizt, helfen kühlende, feuchtigkeitsspendende After-Sun-Produkte und vor allem: raus aus der Sonne. Bei einer „Sonnenallergie” (z. B. polymorphe Lichtdermatose) reagiert die Haut mit Juckreiz und Bläschen. Hier sind langsames Gewöhnen, konsequenter UVA-Schutz und passende Pflege wichtig. Welche Produkte zu Ihrer Haut passen, besprechen wir gern persönlich.
Beratung in Ihrer Kleeblatt Apotheke
Welcher Sonnenschutz für Sie, Ihre Kinder oder Ihre Haut der richtige ist und ob Ihre Medikamente eine Rolle spielen – klären wir gern vor Ort:
Hier gelangen Sie zu unseren Standorten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welcher Lichtschutzfaktor ist der Richtige?
Im Sommer mindestens LSF 30, für Gesicht, Kinder und empfindliche Haut eher LSF 50. Heller Hauttyp und starke Sonne sprechen für 50+.
Wie viel Sonnencreme braucht man?
Für den ganzen Körper rund 11 Teelöffel (ca. 30–40 ml). Zu wenig Creme ist die häufigste Ursache für Sonnenbrand trotz Eincremen.
Wie oft muss ich nachcremen?
Alle zwei Stunden sowie nach dem Baden, Abtrocknen oder Schwitzen – auch bei wasserfesten Produkten. Nachcremen erhält den Schutz, verlängert ihn aber nicht.
Mineralische oder chemische Sonnencreme – was ist besser?
Beide schützen zuverlässig. Mineralische Filter wirken sofort und gelten als gut verträglich (ideal für Kinder/empfindliche Haut), chemische Filter ziehen leichter ein.
Ab wann braucht mein Baby Sonnencreme?
Babys unter einem Jahr sollten möglichst nicht in die direkte Sonne. Schatten und Kleidung sind hier wichtiger als Creme. Ab dem Kleinkindalter LSF 50.
Können Medikamente die Haut lichtempfindlich machen?
Ja. Manche Wirkstoffe erhöhen die Lichtempfindlichkeit. Setzen Sie nichts eigenmächtig ab – fragen Sie uns, ob bei Ihren Medikamenten besondere Vorsicht in der Sonne gilt.
Quellen:
Apotheken Umschau / aponet.de: Sonnenschutz & Kinderhaut
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): UV-Schutz-Empfehlungen


