Zecke richtig entfernen & FSME-Schutz in NRW: Der Apotheken-Ratgeber
- 14. Mai
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen
Eine Zecke richtig entfernen bedeutet: das Tier so schnell wie möglich, hautnah und gerade herausziehen – ohne es zu quetschen, ohne Öl oder Klebstoff. Je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer das Risiko, dass Krankheitserreger übertragen werden. In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie nach einem Zeckenstich richtig handeln, wann Sie zum Arzt sollten und wie Sie sich – gerade hier in NRW – mit der FSME-Impfung schützen.

Das Wichtigste in Kürze
Zecke sofort entfernen: mit Zeckenzange, -karte oder Pinzette nah an der Haut fassen und langsam gerade herausziehen
Kein Öl, kein Kleber, kein Quetschen – das erhöht das Infektionsrisiko
Einstichstelle 6 Wochen beobachten: Eine sich ausbreitende ringförmige Rötung (Wanderröte) kann auf Borreliose hinweisen → zum Arzt
FSME-Schutz: In NRW gilt der Stadtkreis Solingen laut RKI seit 2026 als FSME-Risikogebiet; Zecken können das Virus aber bundesweit übertragen
Beratung vor Ort: In Ihrer Kleeblatt Apotheke in Düsseldorf, Essen und Krefeld beraten wir Sie zu Zeckenschutz und FSME-Impfung
Wie entferne ich eine Zecke richtig?
Eine Zecke sollte so früh wie möglich entfernt werden, denn das Übertragungsrisiko steigt mit der Saugdauer. So gehen Sie vor:
Werkzeug bereitlegen: Zeckenzange, Zeckenkarte oder eine feine Pinzette. Diese bekommen Sie bei uns in der Apotheke
Hautnah fassen: Greifen Sie die Zecke möglichst dicht an der Haut – am Kopf, nicht am vollgesogenen Körper
Langsam gerade herausziehen: Ziehen Sie gleichmäßig und gerade nach oben. Nicht drehen, nicht ruckartig reißen, nicht quetschen
Desinfizieren: Reinigen und desinfizieren Sie die Einstichstelle nach dem Entfernen.
Datum notieren: Halten Sie fest, wann und wo der Stich war – das hilft, falls später Symptome auftreten

Wichtig: Verzichten Sie auf Hausmittel wie Öl, Klebstoff, Nagellack oder Hitze. Sie reizen die Zecke, die dadurch vermehrt Speichel und mögliche Erreger abgeben kann. Sollte der Kopf in der Haut zurückbleiben, ist das meist unkritisch – beobachten Sie die Stelle und lassen Sie sie im Zweifel ärztlich kontrollieren.
Was tun nach einem Zeckenstich?
Nach dem Entfernen gilt: Einstichstelle über mehrere Wochen beobachten. Die beiden wichtigsten durch Zecken übertragbaren Erkrankungen in Deutschland sind die Borreliose (durch Bakterien) und die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis, durch Viren).
Ein typisches Warnzeichen für eine Borreliose ist die Wanderröte (Erythema migrans): eine ringförmige Hautrötung, die sich Tage bis Wochen nach dem Stich um die Einstichstelle ausbreitet. Auch grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen können auf eine Infektion hinweisen. Borreliose ist mit Antibiotika gut behandelbar – je früher, desto besser.
Wann sollte ich mit einem Zeckenstich zum Arzt?
Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn nach einem Zeckenstich eines der folgenden Zeichen auftritt:
eine sich ausbreitende, ringförmige Rötung (Wanderröte) an oder um die Einstichstelle
Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen in den Tagen bis Wochen nach dem Stich
die Zecke ließ sich nicht vollständig entfernen und die Stelle entzündet sich
Sie sind unsicher oder hatten den Stich in einem FSME-Risikogebiet
Im Zweifel gilt: Lieber einmal mehr abklären lassen. Unser Apotheken-Team hilft Ihnen bei der Einschätzung und sagt Ihnen, wann der Gang zur Ärztin oder zum Arzt sinnvoll ist.
Wie schütze ich mich vor Zecken?
Zecken lauern in hohem Gras, Gebüsch und am Waldrand. So senken Sie das Risiko:
Geschlossene, helle Kleidung tragen (Zecken sind darauf besser sichtbar), Hosenbeine in die Socken stecken
Insektenschutzmittel (Repellentien) mit Wirkstoffen wie Icaridin oder DEET auf Haut und Kleidung auftragen
Nach dem Aufenthalt im Grünen absuchen – besonders Kniekehlen, Leisten, Achseln, Haaransatz und bei Kindern den Kopf
Wege nutzen und hohes Gras meiden.
Welche Repellentien für Sie oder Ihre Kinder geeignet sind, besprechen wir gern persönlich in der Apotheke.
FSME und Zecken in NRW: Ist Solingen ein Risikogebiet?
Anders als die Borreliose ist die FSME nicht ursächlich behandelbar – es gibt jedoch eine Schutzimpfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für Menschen, die in Risikogebieten leben oder dort zeckenexponiert sind (z. B. durch Beruf, Garten, Wandern).
Grundimmunisierung: in der Regel drei Impfdosen über mehrere Monate
Auffrischung: je nach Impfstoff und Alter meist alle 3 bis 5 Jahre
Saisonstart: Idealerweise beginnt man die Grundimmunisierung in den Wintermonaten – ein Start ist aber auch während der Saison möglich
Ob eine FSME-Impfung für Sie sinnvoll ist und wann die nächste Auffrischung ansteht, klären Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In Ihrer Kleeblatt Apotheke beraten wir Sie gern zu Impfschutz, Reiseplanung und Zeckenschutz.
FSME-Impfung: Für wen ist sie sinnvoll?
Anders als die Borreliose ist die FSME nicht ursächlich behandelbar – es gibt jedoch eine Schutzimpfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für Menschen, die in Risikogebieten leben oder dort zeckenexponiert sind (z. B. durch Beruf, Garten, Wandern).
Grundimmunisierung: in der Regel drei Impfdosen über mehrere Monate
Auffrischung: je nach Impfstoff und Alter meist alle 3 bis 5 Jahre
Saisonstart: Idealerweise beginnt man die Grundimmunisierung in den Wintermonaten – ein Start ist aber auch während der Saison möglich
Ob eine FSME-Impfung für Sie sinnvoll ist und wann die nächste Auffrischung ansteht, klären Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In Ihrer Kleeblatt Apotheke beraten wir Sie gern zu Impfschutz, Reiseplanung und Zeckenschutz.
FSME-Impfung: Für wen ist sie sinnvoll?
Merkmal | Borreliose | FSME |
Erreger | Bakterien | Viren |
Behandlung | Antibiotika (gut behandelbar) | keine ursächliche Therapie |
Impfung | nein | ja (Schutzimpfung) |
Typisches Zeichen | Wanderröte | grippeähnliche Symptome, ggf. neurologisch |
Vorkommen | bundesweit | v. a. Risikogebiete (in NRW: Solingen) |
Beratung in Ihrer Kleeblatt Apotheke
Sie sind unsicher, welches Zeckenschutzmittel passt, oder haben Fragen zur FSME-Impfung? Kommen Sie vorbei – wir beraten Sie persönlich:
Hier gelangen Sie zu unseren Standorten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie entfernt man eine Zecke am besten?
Mit einer Zeckenzange, Zeckenkarte oder feinen Pinzette möglichst nah an der Haut fassen und langsam gerade herausziehen – ohne Drehen, Quetschen oder Hausmittel wie Öl. Danach die Stelle desinfizieren.
Was tun, wenn der Kopf der Zecke in der Haut bleibt?
Das ist meist unkritisch. Beobachten Sie die Einstichstelle. Entzündet sie sich oder bleiben Beschwerden, lassen Sie die Stelle ärztlich kontrollieren.
Wann muss ich nach einem Zeckenstich zum Arzt?
Bei einer sich ausbreitenden ringförmigen Rötung (Wanderröte), bei Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen oder wenn Sie unsicher sind – besonders nach einem Stich in einem FSME-Risikogebiet.
Ist NRW ein FSME-Risikogebiet?
Der Stadtkreis Solingen gilt laut RKI als FSME-Risikogebiet. Zecken können das Virus aber grundsätzlich bundesweit übertragen.
Wie oft muss die FSME-Impfung aufgefrischt werden?
Nach der Grundimmunisierung (drei Dosen) erfolgt die Auffrischung je nach Impfstoff und Alter meist alle 3 bis 5 Jahre. Die genaue Empfehlung gibt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Schützt die FSME-Impfung auch vor Borreliose?
Nein. Die FSME-Impfung schützt nur vor dem FSME-Virus. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung – hier hilft schnelles Entfernen der Zecke und im Krankheitsfall eine Antibiotika-Behandlung.
Quellen:
Robert Koch-Institut (RKI): FSME-Risikogebiete in Deutschland & FAQ Zecken
Ständige Impfkommission (STIKO): Empfehlungen zur FSME-Impfung


